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aktueller Call for Papers: Karl Bühler in Wien, 1922-1938: Konzeptionen, Kontroversen und ihre Kontinuität

 

Call for Papers ›Karl Bühler revisited‹
(hrsg. von Janette Friedrich & Thomas Slunecko) – Journal für Psychologie Ausgabe 2/2021

Karl Bühler in Wien, 1922-1938: Konzeptionen, Kontroversen und ihre Kontinuität

Karl Bühler wird im September 1922 als ordentlicher Professor für Philosophie «mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie und Pädagogik» an der Universität Wien berufen und damit auch zur Gründungsfigur des dortigen Psychologischen Instituts. Damit beginnt eine seiner produktivsten Schaffensperioden. In Wien schreibt er seine drei bekanntesten Monographien, die «Krise der Psychologie» (1927), die «Ausdruckstheorie» (1933) und die «Sprachtheorie» (1934) und positioniert sich weiters in Artikeln und Vorträgen zu Fragen der Wahrnehmungspsychologie (dies etwa in der Debatte mit David Katz), der Kinderpsychologie und der Denkpsychologie, die ihn schon vor seiner Berufung nach Wien beschäftigt hatten. Themen der Tierpsychologie (z.B. das Problem des Instinktes), die er im Rahmen seiner kritischen Rezeption des amerikanischen Behaviorismus aufnimmt, wie auch die neue Teildisziplin der Phonologie, erweitern sein Interessengebiet. Die «Schaffenslust» Bühlers betrifft nicht nur theoretische Reflexionen, sondern findet ihren Ausdruck auch in den betreuten Dissertationen, die sich diesen Fragen meist auf experimentellem Wege nähern. Die dabei oft verwendete Methode ist die Introspektion in der Form, in der Bühler sie schon in den Würzburger Jahren praktizierte.

Die vorliegende Ausgabe des Journals für Psychologie ist – im Vorfeld des 100-Jahres-Jubläums seiner Berufung nach Wien – dieser Schaffensperiode Bühlers gewidmet. Dabei interessieren uns vor allem Beiträge, die Bühlers eigener Verfahrensweise folgen, nämlich seine Ideen «noch einmal durchzudenken». In der Ausdruckstheorie schreibt er dazu: «Wir erfinden eigene Kennworte, welche die Autoren selbst nicht gebrauchten, um ausgerechnet das in ihren Werken zu treffen […], was uns einer Rezeption, einer Renaissance in unserer Zeit und zur Förderung unserer eigenen Forschungsprobleme wert und dienlich erscheint» (Bühler, 1933, S. 4). Das Schwerpunktheft will dieses Verfahren auf Bühlers Werk selbst in Anschlag bringen. Denn viele der in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts geführten Debatten sind nicht abgeschlossen bzw. werden heute, oft begrenzt auf eng spezialisierte Fragestellungen und in Unkenntnis früherer Überlegungen, fortgeführt. Solche Debatten an den theoretischen Elan Bühlers rückzubinden und damit beide Seiten einer gegenseitigen Beunruhigung auszusetzen – stellt die Herausforderung des Heftes dar.

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Heftschwerpunkt beteiligen wollen, senden Sie kurz eine Nachricht und dann bitte spätestens bis Ende Juli 2020 ein Abstract (max. 3.000 Zeichen) an: thomas.slunecko@univie.ac.at  und/oder an janette.friedrich@sfu.ac.at.

Sie erhalten zu Ihrem Abstract ein zeitnahes Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis Ende April 2001 vorliegen (wiederum durch Zusendung an eine/n der Heftherausgebenden). Um die Einhaltung unserer Manuskriptrichtlinien wird ausdrücklich gebeten (https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/about/submissions#authorGuidelines).

Anschließend an die Einreichung Ihres Manuskripts startet das Begutachtungsverfahren (peer review), das Ergebnis wird Ihnen spätestens Ende Juli 2021 mitgeteilt, etwaige Revisionen sind dann bis Ende September 2021 vorzunehmen. Das Heft wird gegen Jahresende 2021 online im Open Access im Psychosozial-Verlag erscheinen. Eine Print-on-Demand-Version wird zeitgleich möglich sein.

 
Veröffentlicht: 2020-06-16