Wozu noch Metapsychologie

Christine Kirchhoff

Abstract


Vor dem Hintergrund der Reformulierung der Psychoanalyse als Neuro-Psychoanalyse wird nach dem Stellenwert der Freudschen Metapsychologie für das gesellschaftskritische Potential der Psychoanalyse gefragt. Dabei wird zunächst eine Parallele zu Adornos Verteidigung der Philosophie gezogen, Freuds Definitionen einer metapsychologischen Darstellung vorgestellt, um schließlich an den Konzepten Befriedigungserlebnis und Lebensnot zu zeigen, dass metapsychologische Konzepte inkompatibel mit einer positivistischen Auffassung der Psychoanalyse sind und menschliche Natur als gesellschaftlich vermittelte zu denken erlauben. Kontrastiert wird diese Darstellung mit einer kritischen Untersuchung von »Das Gehirn und die innere Welt« von Mark Solms und Oliver Turnbull, prominenten Vertretern einer Neuro-Psychoanalyse. Abschließend wird in einigen Thesen zusammengefasst, inwiefern die Metapsychologie den »Stachel Freud« repräsentiert und daher »stört«.

Schlagworte


Metapsychologie; Psychoanalyse und Philosophie; Befriedigungserlebnis; Lebensnot; Neuro-Psychoanalyse; Kritische Theorie

Volltext:

HTML PDF