Wovon handeln wissenschaftliche Texte? Zur erkenntnistheoretischen Bedeutung von Visualisierung in der Wissenschaft

Gerhard Benetka

Abstract


Dass wissenschaftliche Forschung jene Gegenstände, auf die sie bezogen ist, nicht vorfindet, sondern selbst erzeugt und hervorbringt, ist an sich ein trivialer Sachverhalt. Zu fragen ist, warum sich die Wissenschaft in ihrer alltäglichen Forschungspraxis dieses Umstandes selten bewusst wird. Im vorliegenden Text wird zu zeigen versucht, dass und inwiefern Techniken der Visualisierung zu dieser Selbsttäuschung beitragen. Die zentrale Hypothese der Untersuchung wird am Beispiel der anatomischen Zeichnungen von Leonardo da Vinci expliziert. Die Zeichnungen sind nicht einfach nach der Wahrnehmung der Realität entstanden, sondern sie sind Ideogramme (Ludwik Fleck), also graphische Darstellungen von Ideen oder Theorien darüber, wie z. B. bestimmte Abläufe am oder im menschlichen Körper funktionieren könnten.

Schlagworte


Visualisierung in der Wissenschaft; Ideogramme

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