Lehr- und Unterrichtsevaluationen durch Studierende und Schüler mittels Ratingskalen. Valide und nützlich oder verzerrt und schädlich?

Arnold Hinz

Abstract


Lehr- und Unterrichtsevaluationen mittels Ratingskalen zur Messung der Lehrqualität werden weltweit vermehrt eingesetzt. In diesem Beitrag werden Hauptlinien der Kontroverse über die Validität der Lehr- und Unterrichtsevaluationen verfolgt. Forschungsbefunde legen nahe, dass die Beziehung zwischen dem Lernerfolg und der durch Ratingskalen gemessenen Lehrqualität sehr gering ist. Forschungsbefunde und Theorien zu den möglichen Biasvariablen erwartete Benotung und physische Attraktivität des Dozenten/der Dozentin werden exemplarisch dargestellt und diskutiert. Beide Variablen scheinen einen bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis von Lehrevaluationen zu haben. Forschungen zur Nützlichkeit und zu den Nebenwirkungen von Lehr-/Unterrichtsevaluationen mittels Ratingskalen werden mit einbezogen. Zuletzt wird die Frage aufgeworfen, ob im Sinne einer Dialektik der Aufklärung ein ursprünglich emanzipatorisch gedachtes Instrument zu einer Quelle von Anpassung und Unterordnung wurde.

Schlagworte


Lehrevaluation; Lehrqualität; Lehreffektivität; Beurteilungsverzerrung; Notenerwartung; physische Attraktivität

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