Von reizbaren Maschinen und empfindsamen Geistern: Körperbilder und Seelenmetaphern im Zeitalter von Aufklärung und Industrialisierung

Martin Wieser

Abstract


Auf der Suche nach den historischen Wurzeln der zeitgenössischen Leitmetaphern psychologischer Forschung und Theorie eröffnet diese Arbeit eine ideengeschichtliche Perspektivierung und Relativierung abendländischer Körper- und Seelenbilder. Der Fokus wird dabei auf die frühaufklärerischen rationalistischen und technizistischen Ursprünge der Physiologie und Psychologie des 19. Jahrhunderts gelegt. Anhand Philipp Sarasins Analyse des Hygienediskurses wird im Weiteren die populärwissenschaftliche Rezeption der »reizbaren Maschine« als wesentliches Element eines sich in der Aufklärung formierenden, männlich-bürgerlichen Körperverständnisses einbezogen. Der letzte Abschnitt bespricht die hintergründige Maschinenmetaphorik der frühen akademischen Psychologie anhand der Arbeiten von Herbart und Ebbinghaus, um die Breitenwirkung des mechanistischen Universalismus auch auf dem Gebiet der »empirischen Seelenlehre« aufzuzeigen.

Schlagworte


Geschichte der Psychologie; Philosophie der Psychologie; Metaphern der Psychologie; Mechanizismus; Körperbilder; Seelenmetaphern

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