Die Psychiatrie aus Sicht (ehemaliger) Patientinnen und Patienten – eine qualitativ-rekonstruktive Studie auf Basis der dokumentarischen Methode

Elena Bakels

Abstract



Psychiatrische Forschung ist aktuell vorwiegend in der Psychiatrie als medizinische Fachdisziplin und in der klinischen Psychologie verankert. Hier erfolgt Forschung primär auf Grundlage quantitativer Zugänge, sodass die subjektive Bedeutung von Psychiatrieaufenthalten unbeleuchtet bleibt. Diese qualitativ-rekonstruktive Studie adressiert jenes Desiderat mit der Forschungsfrage, welche Erfahrungen in der Psychiatrie biografische Relevanz entfalten – wobei das daraus resultierende Verhältnis der Betroffenen zur Psychiatrie sowie deren Identitätsentwicklung untersucht werden. Es wurden drei narrative Interviews, die mit Psychiatrieerfahrenen durchgeführt wurden, mit der dokumentarischen Methode ausgewertet. In allen drei Fällen dokumentiert sich, dass das Verhältnis zur Psychiatrie von der Problematik einer Degradierung zum Objekt von Fremdbestimmung – auch in Form von Fremdidentifikationen – geprägt ist, was zu einer (zumindest zeitweiligen) Abwehr der psychiatrischen Intervention führt. Implikationen für die psychiatrische Praxis werden besprochen.

Schlagworte


Biografieforschung; narratives Interview; dokumentarische Methode; Identität; psychische Krankheit; Psychiatrie

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