»Ihr Baby braucht Sie, Ihre Liebe, Ihre Nähe und Ihre Zärtlichkeit!« (Normative) Konstruktionen von Elternschaft und Elternaufgaben in Settings der Natalität

Rhea Seehaus

Abstract


Kinder und Erwachsene sind untrennbar miteinander verbunden, da Kinder auf Assistenz und Sorge angewiesen sind. Dieses relationale Verhältnis gilt als natürliche Ordnung zwischen Kindern und Erwachsenen und die zugehörigen Aufgaben werden oftmals als »natürliche« Bestandteile von Elternschaft gedeutet. Unbeachtet bleibt dabei jedoch häufig, dass die Zuschreibungen, was ein Kind zum guten Aufwachsen braucht und wer diese Aufgaben übernimmt, sowohl historisch als auch im jeweiligen kulturellen Kontext relativ sind und damit auch das, was Elternschaft ausmacht, sozial konstruiert ist. Auf Grundlage ethnografischer Beobachtungen in Geburtsinformations- und Bildungsveranstaltungen soll im Folgenden gezeigt werden, dass diese Relationalität zwischen Eltern- und Kindschaft bereits pränatal hergestellt wird. Der Beitrag fragt aus einer praxisanalytischen Perspektive danach, wie mittels spezieller Kindschaftsentwürfe den werdenden Eltern bestimmte Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternschaftspraxen abverlangt werden und nimmt dabei zugleich auch die auftretenden Geschlechterdifferenzen in den Blick.

Schlagworte


Pränatales Elternwerden; Schwangerschaft; Kindschaftskonstruktionen; Elternaufgaben; Ethnografie

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