»Wer Funken sät wird Feuer ernten«

Armin Stock

Abstract



Am 19. Februar 1915 hielt Oswald Külpe in München einen Vortrag über die »Ethik und der Krieg«. Diese, individuelles Leben missachtende, den Krieg rechtfertigende und teils verherrlichende Rede lässt sich nicht aus Külpes philosophischem oder psychologischem Werk erahnen. Er selbst sprach in diesem Zusammenhang von dem starken Bedürfnis, angesichts der Zeitereignisse »in ethischer Hinsicht umzulernen« (Külpe, 1915a, S. 41). Es soll deshalb in diesem Beitrag der Versuch unternommen werden, aus der Beschreibung von Külpes Persönlichkeit sowie des Nachvollziehens der Argumentationskette seiner Kriegsethik ein Verständnis für deren Genese zu entwickeln. Trotz des Auffindens einzelner, sein Handeln erklärender Charakterzüge kommt der Beitrag zu dem ernüchternden Fazit, dass auch ein so intelligenter Kopf wie Oswald Külpe ein willfähriges Opfer des Zeitgeists geworden war.

Schlagworte


Oswald Külpe; Kriegsethik; Erster Weltkrieg; Zeitgeist

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