Queer-heteronormativitätskritische Reflexionen für die psychosoziale Arbeit mit Jungen* und Männern*

Queer-heteronormativitätskritische Reflexionen für die psychosoziale Arbeit mit Jungen* und Männern*

Gerd Stecklina & Jan Wienforth

Zusammenfassung

Queertheoretische Fundierungen kritischer Jungen*- und Männer*arbeit finden sich in Theorie und Praxis noch wenig. Der vorliegende Text soll hierauf aufmerksam machen und Impulse für die queertheoretische Reflexion kritischer Jungen*- und Männer*arbeit geben. Hierzu wird nach einer Klärung zentraler Begriffe der aktuelle Forschungsstand skizziert. Darauf aufbauend wird ein Rahmenmodell konturiert, mit dem Ziel Anstöße zur queeren Reflexion kritischer Männer*arbeit zu geben. In der Dimension von Geschlecht als Strukturkategorie werden Geschlechterverhältnisse in ihrer Relevanz für psychosoziale Beratungsarbeit diskutiert und mit Konzepten zu Männlichkeiten verknüpft. Mit Blick auf Geschlecht als soziale Konstruktion wird verhandelt, wie in Organisationen und Konzepten queere Perspektiven verankert werden können und wie Aspekte des professionellen Handelns unter queeren Vorzeichen reflektiert werden können. Schließlich wird mit Blick auf Geschlechtsidentitäten erörtert, wie konflikthaft die Spannung zwischen Gesellschafts- und Subjektperspektiven in Bezug auf Geschlecht sein und wie dies systematisch reflektiert werden kann. Für alle Dimensionen werden Reflexionsimpulse vorgeschlagen.

Schüsselwörter: Jungenarbeit, Männerarbeit, Geschlecht, queer, Professionalität

Summary

Reflecting psychosocial work with boys and men with impulses from queer theory and critic on heteronormativity

Queer theoretical foundations of the reflection on critical psychosocial work with boys and men are rare in theory and practice. Therefore this chapter illustrates exemplary impulses on this perspective. For that aim, we depict central concepts and present the current state of research. We are going to describe a framework facilitating the reflection on professional practice on the level of social structure, gender relations and masculinity studies and point out effects on counselling. Consequently, we examine gender as a social construction and illustrate how queer perspectives can be grappled in organizations and concepts and how ubiquitary processes of professional work can be considered with a queer theoretical view. Finally we discuss gender identity and debate possible conflicts between the subject and society considering gender. For all dimensions we suggest possibilities for reflection.

Keywords: boys, men, gender, queer, professionality

1. Zugang

Reflexion – u.a. zur Vermeidung kolonialisierenden Expert*innentums bzw. zur Achtsamkeit gegenüber der Vielfalt der Selbstverständnisse von Adressat*innen – wird als eines der zentralen Elemente von Fachlichkeit und Professionalität in der psychosozialen Arbeit angesehen. Nicht erst seit Einführung der Gender-Mainstreaming-Strategie wird dem Gegenstand ›Reflexion‹ eine besondere Relevanz in der geschlechterbezogenen Arbeit zugeschrieben – etwa als Teil professioneller Genderkompetenz (vgl. Böllert/Karsunky 2008, S.7; Graff 2008, S.63). Für Schigl (2012) ist »die Bewusstheit für Gender, deren Konstruktionsprozesse und Implikationen der Geschlechterrollen« eine zentrale Reflexionsdimension der Psychotherapie (Schigl 2012, S. 174). In diesem Sinne gehen wir in dem Beitrag davon aus, dass queer-heteronormativitätskritische Konzepte eine notwendige Erweiterung der Reflexion kritischer Männerarbeit sind und zeigen auf, wie und was aus dieser Perspektive heraus reflektiert werden kann.

Auf der Basis einer Verschränkung von Theoriekonstruktionen und empirischen Ergebnissen plädieren wir für eine queer-reflexive und kritische Männerarbeit. Ganz im Sinne queerer Theorie geht es uns darum, zu perturbieren, Selbstverständlichkeiten und Eindeutigkeiten zu hinterfragen und mehr Diskursimpulse zu geben als bereits fertige Antworten zu haben. Die jeweils kontextbezogene praktische Umsetzung der von uns vorgeschlagenen Reflexionsfolie in der praktischen Arbeit bleibt Aufgabe der Leser*innen.

2. Theoretischer Bezugsrahmen

2.1 Reflexion

Obgleich ›Reflexion‹ im Studium und in der psychosozialen Praxis als eine der zentralen Anforderungen zu gelten scheint, steht der Betonung dieser Relevanz eine bemerkenswerte Unklarheit darüber gegenüber, was reflektiert werden soll und wie Reflexionsprozesse systematisch strukturiert werden können (vgl. Graff 2008, S. 63). Unter Reflexion als elementarer Bestandteil von Professionalität verstehen wir mit Maja Heiner die »Bereitschaft und Fähigkeit zur systematischen, methodisch kontrollierten und selbstkritischen Analyse des eigenen Tuns und der dazu gehörigen Rahmenbedingungen« (vgl. Heiner 2004, S. 44). Für die geschlechterbezogene Arbeit hat Reflexion eine besondere Relevanz, da die Fachkräfte von der Kategorie Geschlecht, also dem Kernthema ihres Handelns – anders als in anderen Arbeitsfeldern – stets auch selbst »betroffen« und in Geschlechterverhältnisse verwoben sind (vgl. Bourdieu 2005, S.14 ff.; Bentheim et al 2004, S. 87 f). Durch die permanente und omnipräsente Einbettung in vergeschlechtlichte Kontexte, finden fortlaufend Kategorisierungen, Konstruktionen und Reproduktionen statt – »Wir können nicht nicht ›konstruieren‹!« (vgl. Prengel 2006, S. 137). Die professionelle Bearbeitung dieses Umstandes erfordert in der Konsequenz die stetige Reflexion der eigenen Konstruktionsleistungen, ohne dabei einem überhöhten Ideal absoluter Distanz zum eigenen Handeln (vgl. Graff 2008, S. 69) oder gar einer »Selbstanprangerung« (vgl. Rose 2007, S.66) anzuhängen. Queere Theoriekonstrukte scheinen uns hilfreiche Impulse für die Reflexion geschlechterbezogener Arbeit zu geben – auch und gerade für die kritische Männerarbeit.

2.2 Queer Theories

Der Begriff ›queer‹ war ursprünglich eine abwertende Bezeichnung, sowohl für homosexuell lebende Personen als auch allgemein für Menschen, denen eine Form sexueller und geschlechtlicher Nonkonformität zugeschrieben wird. Im Zuge einer politischen ›Zurückeroberung‹ wurde er positiv besetzt und wird – als sich permanent wandelnder und nicht eindeutig definierter Begriff – »als Sammelbegriff für ein politisches Bündnis sexueller Randgruppen und zur Bezeichnung eines neuen theoretischen Konzepts, das sich aus den bereits etablierten Lesbischen und Schwulen Studien entwickelt hat« (vgl. Jagose 2005, S.13).

Inzwischen gibt es eine Reihe von Theorien und Forschungszugängen, die queere Perspektiven in den Mittelpunkt stellen. Nicht alle dieser Diskursstränge sind gleichermaßen anschlussfähig an die kritische Männer*arbeit, weshalb wir hier nur ausgewählte Konzepte heranziehen. Die hier diskutierten Ansätze der ‘queer theory‘ (und der Heteronormativitätskritik (vgl. Hartmann 2009; dies. 2004; Wagenknecht 2007) berufen sich auf poststrukturalistische Theorietraditionen (vgl. McPhail 2004, S. 6f.; Jagose 2005, S.22 ff., 95 ff.) und auf die Arbeiten von Michel Foucault (1983) und Judith Butler (1997; 1991).

Gemeinsam ist den Ansätzen, dass sie die Heterosexualität als ein machtvolles gesellschaftliches Konstrukt (resp. als machtvolle Diskurse) begreifen, durch die Geschlecht und Sexualität untrennbar miteinander verschränkt werden (Hartmann/Klesse 2007, S. 9). Zwei Aussagen sind dabei zentral: Einerseits prägt Heteronormativität ein System der Zweigeschlechtlichkeit – d.h. Menschen werden immer in zwei, sich gegenseitig ausschließende Geschlechtergruppen eingeteilt. Andererseits werden diese dichotom getrennten Gruppen aufeinander bezogen und heterosexuelles Begehren als ›normal‹ konstruiert (ebd.). Entscheidend ist dabei, dass diese beiden Thesen der Zweigeschlechtlichkeit und der heterosexuellen Norm als ›natürlich‹ erscheinen, sie werden nicht hinterfragt, sondern als selbstverständlich und unveränderlich hingenommen (Hartmann/Klesse 2007; Jösting 2007, S. 151; Hirschauer 1994).

Entsprechend dieser Normalitätskonstruktionen, werden Personen, denen diesbezüglich eine ›Nonkonformität‹ zugeschrieben wird, als abweichend wahrgenommen. Im täglichen ›doing gender‹ werden diese habitualisierten Normvorstellungen und Geschlechterdifferenzierungen fortlaufend reproduziert. Die Konstruktionen werden jedoch nicht als solche wahrgenommen, sondern auf eine biologische, natürliche Geschlechterdifferenz zurückgeführt (Jösting 2007, S. 153). Queer Theories zeigen diese machtvolle »heterosexuelle Matrix« (Butler 1991) auf, hinterfragen »Dominanzkulturen« (Rommelsbacher 1995) und dekonstruieren diese, indem sie die Kontingenz vermeintlich ›natürlicher‹ Normen aufzeigen (vgl. Butler 1991, S. 166ff.).

Trotz der aufgezeigten Grundlinien kann eine eindeutige Definition von queer und queer theory nicht erfolgen, denn durch ihre kritisch hinterfragende Haltung grenzen sich queere Perspektiven von Eindeutigkeiten und strengen Definitionen ab. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Identitäten und (binäre) Kategorisierungen in Frage stellen. Entsprechend sind sie durch Elastizität, Unbestimmtheit und Widersprüchlichkeit geprägt und betonen das Potenzial von Ambivalenz und der Dekonstruktion von Normen (vgl. Hicks/Jeyasingham 2016, S.2359 f.; McPhail 2004, S. 6f.). Damit erweitern queer theories zugleich ihre Perspektive über den Fokus von Geschlecht und Sexualität hinaus (vgl. Hicks/Jeyasingham 2016, S.2358; Burdge 2007, S.246). Hierdurch werden sie auch an Konzepte der Intersektionalität anschlussfähig, die die Verschränkung und wechselseitige Bedingtheit unterschiedlicher Vielfaltskategorien betonen – etwa von Geschlecht, sozialer Herkunft, Ethnie und Körperlichkeiten (vgl. Winker/Degele 2009).

Diese umrisshafte Darstellung soll verdeutlichen, dass sich queertheoretische Perspektiven als kritisch und politisch verstehen; gleichzeitig stehen ihre (postmodernen) Grundprämissen im Kontrast zu anderen Wissenschaftstraditionen. Damit erfordern sie – trotz der ihnen immanenten Offenheit – von anderen wissenschaftliche Zugängen Anpassungsleistungen.

2.3. Geschlechtertheoretische Bezüge

Zentrale Annahmen zu Geschlechtern aus Sicht der queer theories wurden knapp dargelegt. Die Kategorie ›Geschlecht‹ wird jedoch aus vielfältigen, sich ergänzenden oder auch widersprechenden Theorietraditionen betrachtet, die unterschiedliche Ebenen fokussieren (zur Übersicht vgl. Degele 2008). Für diesen Beitrag orientieren wir uns darüber hinaus an dem dreidimensionalen Ansatz von Bereswill und Ehlert (vgl. 2010), in welchem Geschlecht als (1) Strukturkategorie, (2) als soziale Konstruktion und (3) als Konfliktkategorie verhandelt wird. Mittels dieser Perspektive wird es möglich, durch eine Kombination unterschiedlicher Ansätze, Geschlecht multiperspektivisch und vor dem Hintergrund von Gendernormierung und Sexismus in der Gesellschaft zu diskutieren. Somit können die relevanten Perspektiven aufeinander bezogen und verschiedene Ansätze mit unterschiedliche Reichweite nebeneinandergestellt (vgl. ebd. 144), reflektiert sowie mit queer theories und Erkenntnissen der Männlichkeitsforschung (etwa Connell 2015; Meuser 2010) verschränkt werden.

3. Forschungsstand

3.1 Lebenslagen und Nonkonformität

Trotz einer zunehmenden gesellschaftlichen Präsenz und Diskussion vermeintlicher geschlechtlicher und sexueller Nonkonformität kann davon ausgegangen werden, dass eine Selbst- oder Fremdzuschreibung als ›queer‹ zu psychosozialen Belastungen führen kann. Hierzu gibt es inzwischen eine Reihe empirischer Befunde (u.a. bezogen auf LGBT-Personen, auf spezifische Lebensformen, auf Männer*), die hier nur kursorisch dargestellt werden können. Queere Personen müssen ihre Position in einer heterosexuell geprägten Umwelt permanent aushandeln und behaupten (vgl. Ozturk/Rumens 2014) und sich mit Fragen des Coming Out beschäftigen (vgl. Krell/Oldemeier 2015). Deutlich wird, dass sie diesbezüglich Vermeidungsstrategien entwickeln und vielfältige Diskriminierungs-, Ausgrenzungs- und Abwertungserfahrungen machen (vgl. ebd.; Pohlkamp 2015, Göth/Kohn 2014). So scheinen sie etwa in spezifischer Weise von Bullying betroffen zu sein (vgl. Mishna et al 2009).

Eine Folge dieser Erfahrungen können Ängste und ein geringerer Selbstwert (vgl. Pachankis/Goldfried 2006), verinnerlichte Homonegativität und vermindertes psychisches Wohlbefinden (vgl. Morandini et al. 2015) und sogar selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität (vgl. Liu/Mustanski 2012) sein.

Deutlich wird jedoch auch, dass es Hürden in der Inanspruchnahme psychosozialer Dienste geben kann (vgl. Leung 2016) bzw. die Infrastruktur an spezifischen und qualifizierten Beratungs- und Unterstützungsangeboten noch ausgebaut werden muss (vgl. Krell/Oldemeier 2015, S.30). Da in der dargestellten Personengruppe Menschen zu finden sind, die sich als Männer verstehen oder von anderen als solche adressiert werden und gleichzeitig Geschlecht und Sexualität zentrale Themen sind, liegt die Relevanz der Zielgruppe und ihrer Lebenslagen für die kritische Männerarbeit auf der Hand.

3.2 Queer theory als Bezugsrahmen psychosozialer Dienste

Neben der Perspektive auf LGBT-Personen als Zielgruppe scheinen uns queer theories als sinnvoller Referenzrahmen für psychosoziale Arbeit relevant zu sein. Es findet sich zunehmend Forschung zur Thematisierung queerer Perspektiven in der Ausbildung für Soziale Arbeit und Beratung (vgl. Nothdurfter/Nagy 2017; Carroll/Gilroy 2016; Hillock/Mule 2016; Craig et al. 2016; Fairtlough et al. 2013) und zu Handlungs- und Therapiemethoden (Hart et al. 2014; Grossman et al. 2006). Ebenso lassen sich Veröffentlichungen finden, die die psychosoziale Arbeit mit LGBT-Personen in den Blick nehmen (vgl. Kempf/Unterforsthuber 2016; O'Neill et al. 2015; Fish 2012; Cosis Brown/Cocker 2011; Cocker/ Hafford-Letchfield 2010; Crisp/McCave 2007), dabei aber nicht notwendigerweise queer theories zur Rahmung nutzen. Eine systematische Reflexion findet sich insbesondere bei Czollek et al. (2009). Das spezifische Feld der Jungen*arbeit wird bei Stuve (2001) mit queer theories verschränkt.

Trotz dieser Diskursstränge muss jedoch konstatiert werden, dass queer theories noch nicht im Mainstream der Forschung und Entwicklung psychosozialer Dienstleistungen angekommen sind (vgl. Hicks/Jeyasingham 2016, S. 2361; Jong 2014, S.41; McPhail 2004, S.3). Zahlreiche Studien belegen eindrücklich, dass der Blick auf queer theories und queere Personen nach wie vor unterrepräsentiert in der Forschung zu psychosozialer Versorgung ist (vgl. Pelts et al 2014; Johnston/Stewart 2013; van Voorhis/Wagner 2001; für den europäischen Raum vgl. Nothdurfter/Nagy 2016). Aus der Perspektive professioneller Reflexion halten wir queere Perspektiven jedoch für unabdingbar: psychosoziale Arbeit mit Jungen* und Männern*, die sich als kritisch und inklusiv versteht, muss alle potenziellen Adressat*innen in den Blick nehmen, also auch diejenigen, die sich selbst als queer verstehen oder denen eine geschlechtliche und/oder sexuelle Nonkonformität zugeschrieben wird.

4. Rahmenmodell zur queeren Reflexion kritischer Männerarbeit

Wir haben die grundsätzliche Relevanz von Reflexion in der Sozialen Arbeit und Psychotherapie bereits ausgeführt, ebenso die eigene Betroffenheit von Fachkräften von der Kategorie Geschlecht. Mit Blick auf queer theories ist dies um zwei Aspekte zu erweitern: Zum einen ist davon auszugehen, dass die heteronormativen Grundannahmen auch bei Fachkräften im psychosozialen Bereich vorzufinden sind (in unterschiedlichen Ausprägungen). Da diese Stereotype inkorporiert und Teil des Habitus sind (vgl. Bourdieu 2005, S. 43 ff.), können sie nur bedingt der bewussten Reflexion zugänglich gemacht werden (vgl. ebd., S. 14 ff.). Damit besteht die Möglichkeit, dass vorbewusste Stereotype das Handeln der Fachkraft prägen und damit auch zur Reproduktion dieser Orientierungen beitragen (vgl. Wienforth 2015).

Zum anderen ist Soziale Arbeit in eine permanente Spannung eingebunden: wenngleich sie das Ziel gesellschaftlicher Integration verfolgt, so ist sie doch immer auch eine Kategorisierungs- und Normalisierungsinstanz (vgl. Kessl/Maurer 2010; Kessl/PLößer 2010) und beteiligt sich somit an der Herstellung sozialer Ungleichheiten (vgl. Plößer 2010). Um diese Differenzierungsarbeit zu reflektieren, müssen psychosoziale Dienste sich mit ihren Aufgaben, gesellschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie ihren impliziten und expliziten Normen auseinandersetzen (vgl. Mecheril/Melter 2010, S. 124).

Beide Aspekte treffen auch für die Arbeit mit Männern* zu. Vor diesem Hintergrund scheint es uns angemessen ein Rahmenmodell zur queeren Reflexion kritischer Männer*arbeit zu entwickeln, das Impulse für Theorie und Praxis geben kann. Ein solches Modell ermöglicht es – gerade durch die amorphe Unbestimmtheit der queer theories – neue Reflexionsperspektiven zu eröffnen und bestehende zu erweitern. In dieses Modell fließen unterschiedliche Perspektiven ein, um so möglichst multiperspektivisch und auf mehreren Ebenen auf professionelles Handeln blicken zu können. Einen Anspruch auf Vollständigkeit und Abgeschlossenheit kann das Modell i.S. der queer theories selbstverständlich nicht haben, so dass wir es als prozesshaft und fortschreibbar verstehen.

4.1 Mehrwert queerer Perspektiven

Wir sind der Auffassung, dass die von uns vorgeschlagene Reflexionsperspektive einen Mehrwert für kritische Männer*arbeit bringt. Es geht uns dabei nicht darum, bisherige Praxis als unzureichend zu markieren, sondern sie um neue Blickwinkel zu erweitern und dadurch zu einer queer-reflexiven und kritischen Männerarbeit fortzuentwickeln.

In diesem Sinne schließen wir an bestehende Ansätze kritischer Männer*arbeit an. Sie erweitern das Attribut des »Kritischen« um die Kritik an gesellschaftlichen, aber auch professionellen Abwertungs-, Normierungs- und Invisibilisierungsprozessen von (vermeintlich) nonkonformen Existenzweisen. In diesem Sinne sind queer theories in der Lage, kritische Männer*arbeit in Zeiten erstarkender rechter, männerrechtlerischer, maskulinistischer und antifeministischer Haltungen zu positionieren und zu hinterfragen (vgl. Kemper 2011, 2012). Kritische Jungen*- und Männer*arbeit hat außerdem den Anspruch, bestehende Geschlechterkonstruktionen nicht einfach hinzunehmen und zu reproduzieren, sondern diese zu hinterfragen und zu erweitern (vgl. Bienwald 2016; Stecklina/Wienforth 2016). In diesem Sinne können queere Theoriekonstrukte eine wesentliche Perspektivenerweiterung bieten, die wir hier weiter ausführen. Die von uns skizzierte queertheoretisch fundierte Perspektive legt es nahe, von Jungen* und Männern* (statt von Jungen und Männern) zu sprechen.

Gleichzeitig wird damit an Perspektiven kritischer (vg. Mullaly 2010), diversitätsbewusster (vgl. Leiprecht 2011) oder intersektional orientierter Sozialer Arbeit (vgl. Riegel 2012) angeschlossen. Weiterhin stärkt queer theory eine an Geschlechtergerechtigkeit und Anerkennung (Honneth 1992; Halberstam 1998; Wagner 2005) sowie an Vielfalt ausgerichtete Jungen*- und Männer*arbeit.

Den zentralen Erkenntnisgewinn sehen wir in der Möglichkeit, Differenzierungs- und Kategorisierungsprozesse zu reflektieren und durch die Elastizität und Unbestimmtheit der queer theories zu erweitern. Auf die allgegenwärtige Präsenz von Differenzierungs- und Kategorisierungsprozessen sind wir oben bereits eingegangen. Die Herausforderung besteht nun u.E. darin, sowohl die Vorteile von Kategorien und Identitäten nutzbar zu machen, als auch ihre Nachteile zu vermeiden. Männer*arbeit bleibt unweigerlich der Kategorie »Mann*« verhaftet. Eine queertheoretisch fundierte kritische Männerarbeit vermag u.E. diese Begrenzung zu überwinden, indem sie sich zwar auf Männer bezieht und die Vorteile einer Orientierung gebenden Bezugnahme auf eine Geschlechtergruppe beibehält, jedoch gleichzeitig durch die parallele Perspektive auf Männer*, Ambivalenzen und Uneindeutigkeiten fördert und dadurch neue Möglichkeiten eröffnet. Nachdem Geschlechtszugehörigkeiten durch permanente Konstruktionsleistungen hergestellt und perpetuiert werden, ist dieser Herstellungsprozess immer auch mit Unsicherheiten und Widersprüchlichkeiten verbunden: Genau hier kann die Thematisierung von Vielfalt und Ambivalenz einen wichtigen Beitrag für Männer*arbeit leisten.

Kategorien und abgeschlossene Identitäten eröffnen Möglichkeiten und Chancen. Eine Belastung können sie für diejenigen sein, die unter Kategorisierungen und Differenzierungen leiden und mit ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität – oder mit diesen Identitäten ganz allgemein – hadern und durch Gruppenidentitäten und -zugehörigkeiten eingeschränkt werden. Eine Chance können sie sein, wenn mit ihrer Hilfe politische Ziele verfolgt werden, befreiende Potenziale ausgenutzt werden oder einzelne Personen Orientierungen erhalten (vgl. McPhail 2004, S. 4ff.).

In diesem Sinne ist die elastische und kategorienkritische Ausrichtung der queer theories äußerst anschlussfähig an Konzepte, die wir in der Sozialen Arbeit, auch der Jungen*arbeit finden: das Eröffnen und Arrangieren von Räumen und Handlungsoptionen, in denen junge Menschen unterschiedliche Formen der Inszenierungen ausprobieren, erleben und sich aneignen können (vgl. Stecklina/Wienforth 2016).

Deutlich wird jedoch auch, dass queere Reflexionen eine Herausforderung für Fachkräfte und Einrichtungen darstellen mit der diese einen Umgang finden müssen. Sie müssen Komplexität und Ambivalenz aufbauen und aushalten sowie mit eigenen Verunsicherungen umgehen. Ob und wie queer theories die Arbeit bereichern können, muss situations- und fallabhängig geklärt werden – denn auch die Nutzer*innen der Angebote können durch queere Impulse verunsichert und herausgefordert werden. Die Reflexion der eigenen Positionen und Praxen lohnt sich u.E. jedoch immer.

Der Abbau diskriminierender und abwertender Strukturen und Prozesse sowie die Bearbeitung einschränkender Geschlechternormen setzt umfassende gesellschaftliche Wandlungsprozesse voraus. In diesem Sinne müssen psychosoziale Handlungsfelder die Reichweite, Möglichkeiten und Begrenzungen ihrer Angebote mitreflektieren.

4.2 Aufbau des Rahmenmodells

Die Reflexion psychosozialer Arbeit mit Jungen* und Männern*, die durch die systematische Verknüpfung von Geschlecht und queer theory geschärft wird, vermag eine Perspektivenerweiterung und eine Entselbstverständlichung unhinterfragter Normen anzuregen – was wiederum zu einer Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten der Adressat*innen führen kann. Wie und unter Berücksichtigung welcher Aspekte Reflexion stattfindet, hängt von vielfältigen Einflussfaktoren ab, etwa von Organisationskulturen, Teamstrukturen und -konstellationen, Arbeitsfeldern, der Sensibilität und Offenheit des*der Berater*in für die Thematik, Mandaten und der Zielgruppe. Um Reflexion anzuregen, orientieren wir uns im Folgenden an den drei von Bereswill und Ehlert (2010) benannten Perspektiven, um mögliche Reflexionsimpulse an u.E. nach zentralen Kristallisationspunkten exemplarisch nachzuzeichnen: (1) Geschlecht als Strukturkategorie, (2) Geschlecht als soziale Konstruktion, sowie (3) Geschlecht als Konfliktkategorie.

4.2.1 Geschlecht als Strukturkategorie

In dieser Dimension wird davon ausgegangen, dass Geschlechter durch gesellschaftliche Organisationsprinzipien geprägt werden, in denen insbesondere Ungleichheiten, Hierarchien und Abwertungen eine zentrale Rolle spielen (vgl. Bereswill/Ehlert 2010, S. 144 f., Lenz/Adler 2010) und Geschlecht als sozialer »Platzanweiser« (Becker-Schmidt 1995) wirkmächtig ist. In diesem Geschlechterverhältnis hat die Genus-Gruppe der Männer (d.h. im Mainstream: heterosexuelle Cis-Männer) nach wie vor die privilegiertere und machtvollere Position inne.

Blicken wir jedoch auf Jungen und Männer, die aufgrund ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität im Mainstream als nonkonform gelabelt werden, so wird deutlich, dass es deutliche Differenzen und Hierarchieunterschiede innerhalb ›der‹ Männer gibt, weshalb Connell (2015) von (multiplen) Männlichkeiten spricht. Die von Connell skizzierten unterschiedlichen Männlichkeitsformen sind Idealtypen, die niemals in Reinform auftreten, die nicht das Ergebnis einer bewussten Entscheidung für einen Typus sind und die keine festen, unveränderlichen Charaktereigenschaften darstellen (vgl. ebd., S 124 ff.). Als zentrale Formen nennt Connell die »hegemoniale«, die »komplizenhaft« und die »untergeordnete« Männlichkeit (vgl. ebd., S.129 ff.). Männer, die der letztgenannten Kategorie zugeordnet werden, erleben Ausgrenzung, Diskriminierung und Herabsetzung ihrer Männlichkeit (und die als abwertend erlebte Zuordnung zur Weiblichkeit). Insbesondere schwul lebende Männer sieht Connell in dieser Kategorie – gerade weil Männlichkeit doppelt negativ definiert wird, nämlich als nicht weiblich und nicht homosexuell (vgl. Wedgewood/Connell 2010, S. 117). Gleichzeitig differenziert Connell (2015, S. 133 ff.) innerhalb der Kategorien zwischen marginalisierten und ermächtigten Männern, d.h. zwischen unterschiedlichen dominanten Typen. Marginalisierung (oder Dominanz) resultiert nach Connell (ebd.) vor allem aus der ethnischen und sozialen Herkunft, was die Bedeutung einer intersektionalen Analyse (vgl. Winker/Degele 2009) verdeutlicht.

Hieraus ergeben sich aus unserer Sicht vier zentrale Reflexionsbereiche für eine queertheoretisch fundierte kritische Männerarbeit:

  • Mit Blick auf Jungen* und Männer* ist zu klären, wo der konkrete Adressat* im Geschlechterverhältnis steht, inwieweit er durch strukturelle Benachteiligungen oder Ermöglichungen betroffen ist und inwiefern diese Bedeutung auf der individuellen Ebene für Selbstwertentwicklung bzw. Selbstabwertungsprozesse, aber auch in Bezug auf internalisierte Homonegativität haben. Zentral ist dabei eine subjektorientierte Reflexion, die weder von Automatismen und Verabsolutierungen ausgeht und Benachteiligungen, Diskriminierungen, Rassismen und Belastungen aus unterschiedlichen Differenzlinien nicht gegeneinander aufrechnet. Wichtig erscheint uns dabei die Frage nach dem Erleben von Kategorisierungen und Differenzierungen: Wie geht es der Person mit der Askription als ›queer‹ oder ›schwul‹, erfährt sie diese als identitätsstiftend oder -einengend? Wo kann psychosoziale Beratung oder Therapie Menschen befähigen, sich aus Kategorien zu befreien, ohne sich notwendigerweise in neue Kategorien einzusortieren? Daher halten wir es für entscheidend, die Position der Adressat*innen zu den verschiedenen Labels auszuloten: denn wer sich selbst als schwul lebend versteht, muss nicht notwendigerweise mit dem Begriff (oder auch mit dem Umbrella-Term ›queer‹) einverstanden sein; wer alle Kriterien eines weißen heterosexuellen Cismannes erfüllt, kann sich dennoch als ›queer‹ auffassen. Deutlich wird dabei die Rolle von Sprache und Bezeichnungspraxen.

  • Im Sinne der von Connell beschrieben Hierarchien innerhalb der Kategorie ›Mann*‹ erscheint es uns wichtig, queere Reflexion nicht nur auf LGBT-Personen zu beziehen, sondern die Arbeit mit weißen, heteronormativ orientierten Cismännern entsprechend zu beleuchten. Einerseits, weil auch diese von Begrenzungen durch Geschlechternormen betroffen sind; andererseits, weil sie zu dem Personenkreis gezählt werden müssen, der aus seiner dominanten Position heraus Belastungen und Diskriminierungen ›queerer‹ Personen (mit‑)verursachen kann. Die Frage ist, wie psychosoziale Dienste mit Männern an homo- und transphoben Positionen arbeiten können, etwa mit dem Anti-Bias-Ansatz (vgl. Gramelt 2010).

  • Im selbstreflexiven Blick auf die Fachkräfte müssen diese Überlegungen auf die Professionellen übertragen werden. Hier ist zu fragen, welche Diskriminierungen und Privilegierungen Fachkräfte (im Gegensatz zu ihren Adressat*innen) erleben und wie sie sich im Geschlechterverhältnis positionieren. Gerade für männliche Fachkräfte im psychosozialen Feld, die also in einem Arbeitsfeld mit einem traditionell größeren Frauenanteil tätig sind, ist es relevant die eigene Positionierung zu betrachten (vgl. Schaffer 2013; Ganß 2011). Dies hat immense Bedeutung für den psychosozialen Beratungsprozess, das Eingeständnis therapeutischer Fehler und das Wissen um die Begrenztheit eigener Wissensbestände und den Umgang mit eigenen Erfahrungen.

  • Schließlich ermöglicht die Strukturperspektive Fachkräften und Einrichtungen eine bewusste Positionierung. Professionelle, die sich einer an Vielfalt orientierten, diversitätsbewussten Arbeit (vgl. Leiprecht 2011) verpflichtet fühlen, können sich kritisch gegen verkürzende Strukturen und Diskurse wenden, die Personen jenseits bipolarer Geschlechterkonstruktionen abwerten, ausgrenzen und damit bestehende Stereotype reproduzieren (vgl. Rieske 2015). Auch homogenisierende Diskurse können somit kritisch hinterfragt werden, etwa dann, wenn »die Jungen« (und damit alle Jungen) zu Bildungsverlierern stilisiert werden (vgl. Fegter 2012). Auf der strukturellen Ebene wird schließlich ein kritischer Blick auf die Rahmenbedingungen psychosozialer Beratung möglich. Zu fragen ist hier, ob Beratung eher in einem pathologisierenden Verständnis, z. B. auf der Basis bestimmter psychiatrisch-medizinischer Klassifikationssysteme (vgl. Ziegler et al. 2015) verstanden wird oder ob die Rahmenbedingungen eine Orientierung der Fachkräfte etwa an Menschenrechten und einem individuell bedürfnisorientierten Modell zulassen. Nach Hamm/Sauer (2014) wäre hierfür ein grundlegender Perspektivenwechsel in der Versorgung zwingend. Zu hinterfragen ist auch, ob die Frage der Gendervarianz und Vielfalt sexueller Orientierungen sowie die Aspekte von Diskriminierung und Pathologisierung durch das psychiatrisch-medizinischen Klassifikationssystems Gegenstand der Curricula in Studien- und Ausbildungsgänge an Universitäten und Hochschulen sind. Damit sind hier ethische Fragestellungen angesprochen. Durch eine Orientierung an der Position der Nutzer*innen und deren Perspektive auf Identitäten, Kategorien und Zugehörigkeiten, sind Respekt und Selbstbestimmung zentrale Bezugspunkte (vgl. McPhail 2004, S.17) – womit sowohl an ethische als auch an sozialarbeiterische Positionen bestens angeschlossen werden kann.

4.2.2 Geschlecht als soziale Konstruktion

In der zweiten Dimension beziehen sich Bereswill und Ehlert auf interaktionistische, (sozial‑) konstruktivistische Geschlechterperspektiven. Hier geht es um die Frage, wie Geschlechter in den alltäglichen Vollzügen »hergestellt«, hervorgebracht und reproduziert werden. Betont wird dabei, dass Geschlecht keine vorsoziale, naturgegebene oder biologische Tatsache ist (vgl. Voß 2011) sondern im gemeinsamen Tun – also im »doing gender« (vgl. West/Zimmerman 1987) – konstruiert wird. Diese Konstruktionen sind stabil und normierend, denn nicht jede Verhaltensweise oder Inszenierung ist mit jedem Geschlecht gleichermaßen vereinbar (vgl. bereits Kessler/McKenna 1978). Mit der Feststellung der Konstruiertheit von Geschlecht geht jedoch kein Infrage-Stellen der Wirkmächtigkeit dieser Geschlechterkategorien einher. Gerade aus Perspektive der queer theories wird die essentialisierende und festschreibende Wirkung von Geschlechterkategorien sowie starre Zuschreibung von Eigenschaften und Verhaltensweisen an Genusgruppen kritisiert (s.o.). Gleichzeitig gibt die prinzipielle Konstruiertheit von Geschlechtern den psychosozialen Berufen kein Mandat, etwas umzukonstruieren – es geht zunächst um eine analytische Perspektive der gender studies, der keine normative Handlungsaufforderung innewohnt (vgl. Gildemeister 2008, S. 182).

Organisationen

Die Reflexion dieser Interaktionsebene scheint uns zunächst mit Blick auf Organisationen relevant zu sein. Hier gilt es zu fragen, ob und wie Strukturen, Prozesse und Organisationskulturen die Kategorie queer berücksichtigen und strukturell verankert haben oder ob sie hier blinde Flecken aufweisen und Verdeckungszusammenhänge befördern (Funk/Schmutz/Stauber 1993). Wo sind Kategorisierungen (z. B. Diagnosen) Zugangshürden und Voraussetzungen, um Leistungen in Anspruch zu nehmen? Wo ist Kategorienzugehörigkeit eine unhinterfragte, und in den Praktiken psychosozialer Beratung permanent perpetuierte Konstruktion, die es durch ihre Omnipräsenz erschwert, Vielfalten und Nonkonformitätserfahrungen zu thematisieren?

Auf der Ebene des Teams könnte hier etwa gefragt werden, ob es »queer professionals« (Schütte-Bäumner 2010) gibt oder geben könnte, wie die Interaktionen, Arbeitsprozesse und Arbeitsteilung im Team laufen und inwieweit hier stereotype Geschlechterkonstruktionen reproduziert werden (vgl. Wienforth 2015; Budde 2014). Weiterhin stellt sich die Frage nach der konzeptionellen Verankerung queerer Perspektiven: wird in der Einrichtung in binären Geschlechterkategorien gedacht oder werden auch Selbstverortungen jenseits der heterosexuellen Matrix (vgl. Butler 1991) einbezogen bzw. seitens der Konzeptionen Freiräume hierfür eröffnet? Wird queer als Denkkategorie, als Thema und als Perspektive auf die Nutzer*innen der Angebote mitgedacht, gibt es klar an Antidiskriminierung und Vielfalt ausgerichtete Positionierungen? Oder finden – bewusste und unbewusste – Invisibilisierungsprozesse statt, wird »queer« als Abweichung, als bearbeitungsbedürftiges Problem wahrgenommen bzw. klientifiziert und pathologisiert? Inwieweit werden die Ziele und Aufträge der Einrichtung und des professionellen Handelns queertheoretisch reflektiert (vgl. Busche/Tuider 2013, S.24)? Fühlen sich im Team alle Mitarbeitenden für dieses Thema zuständig und qualifiziert oder wird es als Spezialauftrag an einzelne delegiert, ggf. an spezifische Einrichtungen abgegeben? Sind die Mitarbeitenden ausreichend zum Thema informiert oder haben sie kaum Wissen hierzu (vgl. Kempf/Unterforsthuber 2016)? Gibt es seitens der Einrichtung Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung bzw. ist dieses Thema Gegenstand von Teamsitzungen bzw. Supervision?

Psychotherapeutische Arrangements müssen als nicht außerhalb gesellschaftlicher Geschlechterarrangements stehend analysiert werden, nicht jenseits der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft und internalisierter Homonegativität. U.E. reicht es nicht aus, von den Psychotherapeut*innen einen verständnisvollen Umgang mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Klient*innen einzufordern, substanziell ist ebenso eine Veränderungsbereitschaft bei den konkreten institutionellen Settings sowie eine weiterhin aufmerksame Diskussion der unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen psychotherapeutischer Praxis. Göth und Kohn (2014) thematisieren eine Reihe von gesellschaftlichen Vorurteilen, mit welchen lesbische, schwule und bisexuelle Klient*innen im sozialen Nahraum und in den sozialen Medien sowie durch gesellschaftliche Geschlechterkonstruktionen konfrontiert sind (S. 125ff.). Erforderlich wäre hier eine kontinuierliche bewusste Auseinandersetzung und Reflexion der heteronormativen Konstruktion durch die Forschung und Praxis psychosozialer Beratung sowie der Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen psychosozialer Beratung und Behandlung. Dies könnte, wie von Wolf et al. (2015) in ihren Empfehlungen gefordert, durch kontinuierliche Aus- und Weiterbildung erfolgen, einschließlich der Selbstreflexion der Therapeut*innen (vgl. Wolf et al. 2015, S. 46).

Professionelles Handeln

Die Ebene des professionellen Handelns muss ein wesentlicher Bestandteil der Reflexion sein. In diesem Zusammenhang gerät zunächst die Fachkraft in den Blick: In der Tradition der (sozialpädagogischen) Jungen*arbeit wurde die Notwendigkeit männlicher (i.S. biologischer Cis-Männer) Fachkräfte betont (vgl. etwa Bentheim et al 2004, S. 9f.; Neubauer/Winter 2001, S. 35 f.). Im gleichen Zuge wurde die Bedeutung gleichgeschlechtlicher Settings – also die Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen – hervorgehoben (etwa Sturzenhecker 2006, S. 39 ff.). Beide Grundannahmen wurden vielfältig kritisiert (beispielsweise Pech 2009) und erweitert, etwa um das Konzept der »relativ geschlechtshomogenen Gruppen« (vgl. Könnecke 2012, S. 62). Wenn in diesen Interaktionen von vermeintlichen Eindeutigkeiten und Homogenitäten ausgegangen wird, geraten diejenigen, die den entsprechenden Normen nicht entsprechen (können oder wollen) aus dem Blick oder werden ausgegrenzt – heteronormative Konstruktionen werden reproduziert. Gleichzeitig können in der Arbeitsbeziehung Diskriminierungen erfolgen (vgl. Shelton/Delgado 2011). Auch die Geschlechterinszenierung der Fachkraft bzw. das, was davon von den Adressat*innen wahrgenommen wird, wirkt diesbezüglich. Was in der Interaktion geschieht und wie das Gegenüber wahrgenommen wird ist dabei nur bedingt steuerbar – hier können Projektionen, Übertragungen und Habitus wirksam werden (zu unterschiedlichen theoretischen Konzeptionierungen dieser Prozesse (vgl. etwa Hunsicker 2012, Wienforth 2015).

Reflexionsperspektiven

Möglichkeiten des reflektierten Umgangs mit diesen Konstruktionsprozessen sehen wir im bewussten und geplanten Einsatz Geschlecht und/oder Sexualität dramatisierender bzw. entdramatisierender Settings und Methoden (vgl. Debus 2012), sowie im gezielten Thematisieren von Vielfalt (vgl. Göth/Kohn 2014). Auf Prozesse der Ausgrenzung und Invisibilisierung kann durch Methoden des Empowerments und der (nicht stigmatisierenden und nicht outenden) Sichtbarmachung von Vielfalt geantwortet werden. Um erneute Erfahrungen der Abwertung und Ausgrenzung zu verhindern, ist es essentiell die Nutzer*innen konsequent zu beteiligen, zu Wort kommen zu lassen und respektvoll mit ihnen über ihre individuelle Perspektive auf Thematiken und Problematiken zu sprechen. Schließlich ist eine bedarfsorientierte Ziel- und Methodenplanung von Bedeutung, die professionelles Arbeiten nicht an vermeintlichen Automatismen wie Geschlechtshomogenität festmacht, sondern subjektorientiert auf die Nutzer*innen eingeht (vgl. Stecklina/Wienforth 2016, S.300). Hierzu muss individuell geprüft werden, welcher methodische Zugang sich beim Subjekt aufgrund seiner Geschlechterinszenierung und seines geschlechtlichen Selbstverständnisses eignet. Zentral erscheint uns, dass eine queertheoretische Reflexion sich auf alle Adressat*innen bezieht – unabhängig davon, wie sich das einzelne Subjekt versteht bzw. unabhängig davon, was die Fachkraft über die geschlechtliche und sexuelle Identität der Adressat*in weiß. Die prinzipielle Offenheit und Reflexion von Vielfalt hat jedoch Bedeutung für das jeweilige professionelle Vorgehen, u.a. für die Gesprächsführung. Beispielsweise stellt sich in diesem Zusammenhang methodisch die Frage nach der Sprachfähigkeit von Jungen* und Männern* in Beratungsgesprächen, die gerade bei klassischen Männlichkeitsentwürfen Hürden stellen kann (vgl. Neumann/Süfke 2004). Dies schließt Wissen um die damit korrespondierenden Ressourcen, der Bedeutung des sozioökonomischen Status für Entwicklungsprozesse, das psychische und physische Wohlbefinden der Jungen* und Männer* sowie deren gesundheitliche Situation als auch Vernetzungsmöglichkeiten ein. Inhaltlich müssen auch die internalisierten und inkorporierten Abwertungsprozesse bearbeitet werden (vgl. Göth/Kohn 2014, S. 123 ff.).

Die wesentliche Herausforderung besteht für Fachkräfte darin, die eigenen Perspektiven auf Geschlecht, einschließlich eigene Klischees und Stereotype, kontinuierlich zu reflektieren (vgl. Plößer 2012). Dies beinhaltet auch, die eigene Person und eigene Geschlechterperformances mit in den Blick zu nehmen – was aufgrund der blinden Flecken und der präreflexiven Verortung des Habitus nur bedingt alleine möglich ist. Somit sind Formen der Intervision und Supervision u.E. zentrale Mittel zur Reflexion (s.u.). Sich die eigene Positionierung im Geschlechterverhältnis (aber auch in der Verknüpfung mit anderen Machtverhältnissen, etwa unter der Perspektive der critical whiteness) zu vergegenwärtigen, kann auch sowohl Diskriminierungen als auch Privilegierungen deutlich machen und damit ein schmerzhafter Prozess sein. Damit dieser sehr intime Reflexionsprozess gelingen kann, müssen der Rahmen und die Beteiligten für die Einzelne*n angemessen sein – verpflichtende Supervision im Team ist an dieser Stelle nicht unbedingt zielführend. Als Teil der Selbstreflexion scheint uns die Reflexion der Perspektiven auf die Zielgruppe von größter Bedeutung. Zu fragen ist hier, inwieweit der Blick auf Jungen* und Männer* von homogenisierenden und stereotypen Bildern geprägt ist (vgl. Stuve 2012) oder sie in ihrer Vielfalt, mit ihren Defiziten und Ressourcen wahrgenommen werden. Dabei spielt auch das eigene Verständnis von Geschlecht eine zentrale Rolle – wer Geschlecht als biologisch-natürliche Gegebenheit sieht (kritisch dazu Voß 2011) wird andere Blicke auf Jungen* und Männer* einnehmen, als jemand, der Geschlecht als soziale Konstruktion begreift.

Damit ist auch die Frage nach der Wissensbasis aufgeworfen – denn Reflexion erfordert Wissen, um Lebenslagen, Belastungen, aber auch Reflexionsperspektiven zu ermöglichen (vgl. Nothdurfter/Nagy 2016, S.2227 ff.). Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass in der Praxis entsprechendes Wissen eher nicht vorhanden ist (vgl. Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen 2011).

4.2.3 Geschlecht als Konfliktkategorie

Auf der dritten Ebene wird Geschlecht von Bereswill und Ehlert (2010) als Teil­aspekt des Subjekts, als Geschlechtsidentität verhandelt. Geschlecht wird dabei nicht als ein übernommener oder angeborener, fester und unveränderlicher Bestandteil von Identität aufgefasst. Vielmehr gehen die beiden Autorinnen davon aus, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens permanent produktiv mit gesellschaftlichen Geschlechternormen und dem subjektiven Eigensinn auseinandersetzen. Aus der Spannung dieser zwei Pole ergeben sich inter- und intrapersonelle Konflikte, deren Bearbeitung zu einer fortwährenden Aneignung und Ausbalancierung der Geschlechtsidentität bei jedem einzelnen Subjekt führt (vgl. ebd. 147 f.).

Jungen* und Männer* stehen hierdurch vor vielfältigen Anforderungen, die an den Idealtypus der hegemonialen Männlichkeit gestellt werden, jedoch für die meisten von ihnen kaum erreichbar sind (vgl. Connell 2015) und mit eigenen Wünschen nur bedingt vereinbar sein können. Damit kann Geschlecht in Anlehnung an Böhnisch (Böhnisch 2017; Böhnisch/Funk 2002) bzw. als kritisches Lebensereignis (vgl. Könnecke 2012, S. 63) verstanden werden. Wenn zusätzlich als queer eingeordnete Geschlechtsidentitäten in Konflikt mit dem gesellschaftlichen Geschlechtermainstream kommen, kann dies zu psychosozialen Belastungen führen und können (Selbst‑)Abwertungs- und Diskriminierungserfahrungen den Alltag von Jungen* und Männern* bestimmen (s.o.). Einrichtungen sind in diesem Sinne gefordert, ihre Angebote und Konzepte so zu reflektieren, dass sie diese Konflikte und Belastungen systematisch wahrnehmen und aufgreifen, um auf dieser Grundlage entsprechend »entlastend« (vgl. Könnecke 2012, S. 63) intervenieren zu können. Gleichzeitig müssen sie Sorge tragen, dass diese »Nonkonformitäten« nicht vorschnell problematisiert werden. Vielmehr muss entlang der Ambivalenz zwischen erlebten Einschränkungen und Konflikten einerseits und dem lustvollen, erfüllenden und Chancen eröffnenden Ausleben von Geschlechtsidentität und sexueller Identität (und damit ggf. auch das Ausfüllen klassischer Rollenbilder) andererseits gearbeitet werden (vgl. Stuve/Debus 2012, S.32). Zur Aufgabe der professionell Handelnden wird hierdurch, Strukturen und Prozesse zu queeren, sie in Instrumenten der Diagnostik sowie der Ziel- und Hilfeplanung systematisch zu verankern und durch Methoden des Empowerments und der Partizipation Räume zu eröffnen, in denen Konflikterfahrungen aller Art thematisiert werden können und die zur Selbstwertentwicklung bei den Jungen* und Männern* beitragen können.

5. Fazit

Die von uns konturierten Impulse zur queertheoretischen Reflexion können u.E. als eine Bereicherung kritischer Jungen*- und Männer*arbeit gesehen werden. Wenn sie auf das eigene Arbeitsfeld bezogen werden und mit den konkreten Gegebenheiten relationiert werden, ermöglichen sie – trotz vielfältiger Herausforderungen – eine gewinnbringende Bereicherung, die Professionalität stärken und dadurch die Handlungsoptionen der Adressat*innen erweitern vermag.

Herausgearbeitet wurde, dass queere Reflexionen eine Herausforderung für Fachkräfte und Einrichtungen darstellt, mit der diese einen Umgang finden müssen. Sie kommen nicht umhin, Komplexität und Ambivalenz auszuhalten sowie mit eigenen Verunsicherungen umzugehen. Der Abbau diskriminierender und abwertender Strukturen und Prozesse sowie die Bearbeitung einschränkender Geschlechternormen setzt umfassende gesellschaftliche Wandlungsprozesse voraus. In diesem Sinne müssen psychosoziale Handlungsfelder die Reichweite, Möglichkeiten und Begrenzungen ihrer Angebote mitreflektieren. An der Verankerung queerer Perspektiven in Organisationen und in Konzepte führt u.E. kein Weg vorbei, da mit ihnen Verdeckungszusammenhänge thematisiert und die gängigen Formen der (Re‑)Produktion von Geschlecht und Sexualität in Frage gestellt werden können. Die Erweiterung kritischer Männerarbeit um queer theories kann nicht unwesentlich dazu beitragen, den Blick auf die Identitätsthematik von Adressat*innen zu schärfen und ermöglicht es, (Selbst‑)Abwertungs- und Diskriminierungserfahrungen sowie Identifikationsprozesse als Teil psychosozialer Beratung wahrzunehmen.

Ob und wie queer theories die Arbeit bereichern können, muss situations- und fallabhängig geklärt werden – denn auch die Nutzer*innen der Angebote können durch queere Impulse verunsichert und herausgefordert werden. Die Reflexion der eigenen Positionen und Praxen lohnt sich u.E. jedoch immer.

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Über die Autoren

Gerd Stecklina

Gerd Stecklina, Prof. Dr., Diplom-Pädagoge, lehrt an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Theorien und Geschichte Sozialer Arbeit, Geschlechterforschung, Sozialpädagogik der Lebensalter, Jüdische Wohlfahrt, Kinder- und Jugendhilfe. Vorsitzender des Münchner Informationszentrums für Männer e.V. (MIM)

Prof. Dr. Gerd Stecklina Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften Hochschule München Am Stadtpark 20 81243 München

E-Mail: gerd.stecklina@hm.edu

Jan Wienforth

Jan Wienforth, Dipl.-Sozialpäd. (FH), MA, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule München und Doktorand an der Stiftung Universität Hildesheim. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind Jungen*arbeit, geschlechterreflektierte Soziale Arbeit, Fluchtmigration und Professionalität Sozialer Arbeit.

Jan Wienforth Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften Hochschule München Am Stadtpark 20 81243 München

E-Mail: jan.wienforth@hm.edu