Diversitätsbewusste Männer- und Väterarbeit. Intersektionalität und rassismuskritisch-​migrations­gesellschaftliche Entwicklungen

Michael Tunç

Abstract


Im Transfer von Erfahrungen aus der Jungenarbeit wird diskutiert, was das »Kritische« der Männer‑/Väterarbeit in der Migrationsgesellschaft sein kann. Es werden einige grundlegende Fragen professioneller Sozialer Arbeit mit Vätern im Migrationskontext thematisiert. Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen der Väterlichkeitsforschung und -arbeit werden im Kontext des intersektionalen Zugangs präsentiert, der Prozesse des Zusammenwirkens der Differenzlinien Geschlecht, Ethnizität und Klasse usw. reflektiert. Dabei wird auch ein kritischer Blick auf aktuelle Diskurse im Mainstream gerichtet: Väter mit Migrationshintergrund bzw. of Color fehlen entweder in deutschsprachigen Diskursen über Transformationen hin zu fürsorgender Väterlichkeit (Caring Masculinities) oder sind häufig Gegenstand negativer Diskurse. Das Ziel ist, gleichermaßen männlichkeitskritische wie emanzipative Entwicklungen in den Blick zu nehmen, wofür der Begriff der progressiven Männlichkeit (Mutua) genutzt wird. Mit ihm lassen sich Spannungen aus hegemonialen und progressiven Männlichkeiten/Väterlichkeiten analysieren, um sich von Typisierungen von Vätern zu lösen. Am Beispiel des Facharbeitskreises für interkulturelle Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen und der Evaluation dieser Arbeit wird dargestellt, welche Faktoren in der Väterarbeit mit bzw. für migrantische Väter bzw. PoC als erfolgversprechend eingeschätzt werden.

Schlagworte


Väterforschung; Väterarbeit; Migration; Ethnizität; Diversität

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