»Finger weg von unseren Frauen!« – Männlichkeit, extreme Rechte und sexualisierte Gewalt

Bernhard Weidinger, Katharina Werner

Abstract


Der Beitrag setzt sich mit rechtsextremen Einlassungen zu sexualisierter Gewalt auseinander und analysiert die Funktionen, die die Bespielung dieser Thematik für die extreme Rechte erfüllt. Anhand von Positionierungen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) zum Gegenstandsfeld wird herausgearbeitet, dass deren Zugriff auf die Thematik ein instrumenteller und paternalistischer ist. Sexualisierte Gewalt wird in eine generelle Politik der Ethnisierung des Sozialen eingepasst, um zum einen die Integrationsunfähigkeit bestimmter migrantischer Communities zu unterstreichen. Zum anderen wird über die Externalisierung der Problematik eine Apologie au­toch­thoner Männlichkeit betrieben und diese als vermeintliche Negation migrantischer (marginalisierter) Männlichkeiten konstruiert. Beide Manöver stehen letztlich im Dienste der Privilegiensicherung: der Sicherung der Vormacht einer Ethnie über andere und der Sicherung patriarchaler Herrschaft au­toch­thoner Männer über »ihre«, als schutzbedürftig gezeichneten Frauen. Hinter der ostentativen Verteidigung von Frauen verbirgt sich der Anspruch auf Kontrolle über ihre Körper und Reproduktionsfähigkeit.

Schlagworte


Gewalt; sexuelle Übergriffe; Rechtsextremismus; Geschlechterbilder; Männerbünde; Ethnisierung; Projektion

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