»Das verletzte Selbst« und das Leid der Medusa – Forschungsbericht zur frauenspezifisch-psychodramatischen Trauma-Therapie

Gabriele Kastner

Abstract


Der Artikel stellt das Ergebnis einer grounded theory zu einem psychodramatischen Störungs- und Therapieverständnis der Dissoziation vor. Zur Erwärmung für die Thematik führt der Mythos der Medusa in ein symbolisches und szenisches Verständnis ein. Der theoretische Schwerpunkt wird in diesem Beitrag auf die psychodramatischen Vorstellungen zur Entwicklung des »Selbst« und die durch frühe und komplexe Traumen hervorgerufenen Verletzungsfolgen in der »Selbst«-Struktur gelegt. Anschließend wird die an zwei prototypischen Therapiefällen entwickelte Kernkategorie des »Gemeinsam-in-den-Spiegel-Schauens« als ein das Integrationsniveau förderndes Prinzip in der psychotherapeutischen Behandlung, im Speziellen von Frauen mit verletzter Selbststruktur, erläutert. Als eines der Resultate konnte diese gemeinsame Außenperspektive im psychodramatischen Handlungsraum als »Spiegelposition« verankert werden. Die Außenperspektive eröffnet eine Metaebene und ermöglicht dadurch Selbstregie.

Schlagworte


Psychodrama; grounded theory; Frauenforschung; Dissoziation; Spiegelposition; Selbstregie

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