Archiv

2017

Jg. 25 (2017), Ausgabe 1: Kriegsdiskurse

Herausgegeben von Peter Mattes und Ophelia Solti

Kriegsdiskurse haben die Wissenschaft Psychologie zu Zeiten mehr bestimmt, als es einer um das Wohl von Menschen besorgten Disziplin angelegen sein sollte. Das betrifft bekanntermaßen die Entwicklung der Psychodiagnostik ebenso wie die der Sozialpsychologie und Einstellungsforschung sowie bestimmter Persönlichkeitskonzepte. In dieser Ausgabe des Journals für Psychologie werden eine Reihe von neuen Untersuchungen vorgestellt, die zeigen, wie Gründerfiguren der deutschsprachigen Psychologien während des Ersten Weltkriegs bis hin zu exilierten PsychoanalytikerInnen in den USA während des Zweiten Weltkriegs sich persönlich wie institutionell dem herrschenden Zeitgeist, oft auch direkt militärischen Interessen, unterwarfen. Aus der Gegenwart wird das Engagement der APA in die Folterpraktiken von US-amerikanischen Geheimdienstinstanzen bzw. dessen nur zögerliche Aufarbeitung diskutiert sowie die Möglichkeit einer Psychologie einheimischer Dschihadanhänger erörtert. Ein Aufsatz zu einschlägigen politischen Ideologien in der BRD schließt die Ausgabe ab.


2016

Jg. 24 (2016), Ausgabe 2: PsychologInnen prekär

Herausgegeben von Andrea Birbaumer und Peter Mattes 

Prekäre Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse sind für Psychologinnen und Psychologen so verbreitet, dass es kaum mehr zu einer Problematisierung kommt. Zumal die materielle Seite, der ökonomische Zuschnitt, eine Berufsgruppe trifft, die gegenüber den meisten der von ihrer Arbeit Betroffenen strukturell und sozial ziemlich privilegiert ist, woraus sich allzu eilfertiges Klagen aus ethischen Gründen verbietet oder zumindest einer berechtigten Peinlichkeit anheimfallen würde. Jedoch erschöpfen sich diese Verhältnisse nicht im Blicken auf diese ihre Oberfläche: Analysiert und kontextualisiert zeigen sich Problematiken, die nicht nur fragwürdige Dilemmata einer Profession 

darstellen, sondern hinausweisen auf die Konstitution grundlegender subjektiver, diskursiver und gesellschaftlicher Gegebenheiten, die grundsätzlicher infrage zu stellen wären. Dies versuchen die Beiträge in dieser Ausgabe des Journals für Psychologie, die überwiegend entstanden sind nach einer Tagung zum 30-jährigen Bestehen der österreichischen Berufsvertretung für  PsychologInnen, Gesellschaft kritischer Psychologen und Psychologinnen (GkPP), im Herbst 2015.


Jg. 24 (2016), Ausgabe 1: Elternschaft als relationale Praxis

Herausgegeben von Anna Sieben und Günter Mey

Die Ausgabe »Elternschaft als relationale Praxis« reiht sich in die Tradition der britischen Parenting Culture Studies ein: Beschreibung und Analyse von Elternkulturen werden als eine interdisziplinäre Aufgabe betrachtet – sie erfordern psychologische, sozialwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Arbeiten. 

Mit den neun Beiträgen des Themenheftes werden zentrale Bereiche aktueller Elternkulturen angesprochen, beispielsweise theoretische Überlegungen zum Begriff der Elternschaft, Analysen der diskursiven Hervorbringung der Eltern-Kind-Beziehung, empirische Untersuchungen zu heterogenen Wegen in die Elternschaft und Perspektiven auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung bei Elternpaaren, wobei diese als qualitative Forschungsarbeiten in Form von Interviewstudien, Ethnografien, Sekundäranalysen und Dokumentenanalysen angelegt sind.



2015

Jg. 23 (2015), Ausgabe 2: Qualitative Psychotherapieforschung - Eine Standortbestimmung

Herausgegeben von Thomas Slunecko, Aglaja Przyborski & Jörg Frommer

Während sich die Psychotherapieforschung im angloamerikanischen Raum und in Skandinavien auf der Grundlage qualitativer Zugänge bemerkenswert gut entwickelt, kann sie sich im deutschsprachigen Raum wenig Sichtbarkeit verschaffen. An den meisten klinisch-psychologischen Lehrstühlen wird sie kaum gefördert, in der Medizin ohnehin marginalisiert. Und wenn im Feld der Psychotherapie schon einmal qualitative Forschung passiert, dann oft so, dass sie einem quantitativ ausgerichteten Gesamtprojekt zu- oder vorarbeitet und so auch in einer deduktiv-nomologischen Forschungslogik verbleibt. Um vor diesem Hintergrund einen anderen Impuls zu setzen, hatten die Herausgebenden zu Darstellungen von aktuellen Forschungsarbeiten zur Psychotherapie eingeladen, die auf qualitativen Methoden »in their own right« beruhen. Das Themenheft bietet ein Forum, um die Leistungen und das Potenzial solcher Forschung sichtbar zu machen.


Bd. 23, Nr. 1 (2015): Beiträge zu Theorie und Praxis einer kritischen Gerontologie

Herausgegeben von Irene Strasser und Susanne Ogris

Die Schwerpunktausgabe zu kritisch-gerontologischen Ansätzen hat sich zum Ziel gesetzt, einen kritischen, vom Mainstream gerontologischer und geriatrischer Betrachtungsweisen abweichenden Blick auf das Alter, das Altern und damit verbundene Vorstellungen und Zuschreibungen, aber auch Haltungen zu werfen. Die versammelten Beiträge befassen sich mit dieser Thematik in sehr unterschiedlichen Herangehensweisen. So gesellen sich etwa zur Frage, wie Altersbilder und Haltungen entstehen und fortbestehen, auch Fragen der sozialen Ungleichheit. Ein weiterer Themenbereich ist jener der subjektiven Vorstellungen vom eigenen Älterwerden. Schließlich widmen sich mehrere Beiträgen der Frage, welche Rolle die Haltungen, die subjektiven Alternstheorien und Altersbilder der in gerontologischen Arbeitsfeldern professionell Tätigen spielen. Die aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern kommenden Beiträge sprechen neue Themen und Bereiche an oder befassen sich mit relevanten gerontologischen Aspekten in einer kritischen Auseinandersetzung mit Forschung und/oder Praxis und den damit verbundenen, oft unhinterfragten, Paradigmen.



2014

Jg. 22 (2014), Ausgabe 2: Reflexivität in der Beratung

Herausgegeben von Hans-Jürgen Seel und Ralph Sichler

Nach einer allgemeinen Bestimmung befasst sich Beratung mit der theoriegeleiteten und kooperativen Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben und multifaktoriell bestimmten Problemstellungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten. In diesem Themenheft wird der Fokus auf die Professionalisierung reflexiver Beratung in einer reflexiven Gesellschaft gelegt. Reflexive Beratung thematisiert in diesem Zusammenhang den Umstand, dass die Art und Weise, in der heute Beratungsklient_innen zum Gegenstand der Beratung gemacht werden, auf das Konstrukt der Beratung selbst, aber ebenso auf die Gesellschaft im Umfeld zurückwirkt. Durch Beratungen werden Orientierungen, aber auch soziale Beziehungen und individuelle Selbstverhältnisse beeinflusst. Im Heft werden diese Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert und diskutiert.

Jg. 22 (2014), Ausgabe 1: Polyamory

Herausgegeben von Peter Mattes und Martin Dege

Polyamory: ein Lebens- und Liebesstil des Verbindlichen, aber nicht ausschließend Festlegenden, eine Lebensform, in der mehrere Menschen sich gegenseitig attrahieren, begehren, zusammenfinden und über mehr oder weniger lange Zeit zusammen bleiben – jenseits temporärer oder lebenslanger Zweierbeziehungen. Traditionell nicht wenig praktiziert und neuerdings offen diskutiert vor allem in urbanen Milieus Europas und Nordamerikas, hat sie bisher so gut wie keine Beachtung in den sozial- und psychowissenschaftlichen Diskursen gefunden; das Journal für Psychologie bietet hier eine Themeneröffnung an. Die Autorinnen und Autoren der teils darstellenden, teils reflektierend-analysierenden Beiträge stammen aus dem deutschsprachigen Raum, aus Estland und aus Nordamerika, sie und die Herausgeber »sehen in polyamorer Praxis nicht nur einen erweiterten Möglichkeitsraum des Begehrens und der Gesellung, sondern auch die Chance der Dekonstruktion unterwerfender Normierungspraxen und ihrer Dispositive«.



2013

Jg. 21 (2013), Ausgabe 3: Identität und Wandel in Organisationen

Herausgegeben von Ralph Sichler

Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe befasst sich mit der Identität von Organisationen einschließlich der damit verbundenen Identifikation der Mitglieder mit ihrer Organisation vor dem Hintergrund von Prozessen des Wandels und der Veränderung. Vertreten sind sozialwissenschaftliche, insbesondere soziologische sowie organisationspsychologische Beiträge, die sich in unterschiedlicher Weise auf empirische, meist qualitative Studien stützen. Dabei wird u. a. folgenden Fragen nachgegangen: Was kennzeichnet als zeitlich übergreifende Merkmale die Organisation, bei der jemand beschäftigt ist? Inwieweit identifiziert sich ein Organisationsmitglied mit seiner Organisation und fühlt sich an sie gebunden – auch dann, wenn sich dort Dinge verändern? Inwiefern wandelt sich das Bild von der Organisation im Zuge von übergreifenden Veränderungsprozessen? Wir freuen uns, dass vor allem die qualitative Forschung prominent vertreten ist. Die Komplexität unserer Problemstellung lässt sich durch interpretative Ansätze besser ausleuchten, als dies etwa mit Fragebogenstudien geleistet werden könnte.


Jg. 21 (2013), Ausgabe 2: Inter/Generationalität

Herausgegeben von Günter Mey

Mit dem Schwerpunktthema verbinden sich verschiedene Suchrichtungen zu Inter/Generationalität, die weit über jene Fragen hinausgehen, die angesichts des demografischen Wandels zumeist auf der wissenschaftlichen und (fach-)öffentlichen Agenda stehen, wenn etwa allgemein nach dem »Verhältnis der Generationen« gefragt wird. In den vier hier versammelten Beiträgen werden verschiedene Fragestellungen bearbeitet, die die Zentralität von transgenerationalen Bezugnahmen en détail herausarbeiten. Hier zugehören die Gestaltung von Nachfolger-Vorgänger-Prozessen, die transgenerationale Weitergabe von Traumata, die Entwicklung von Geschichtsbewusstsein und der Wertevermittlung in Familien.


Jg. 21 (2013), Ausgabe 1: Antimuslimischer Rassismus: Bilder, Szenarien, Politiken und Praktiken der Neuen Mitte

Herausgegeben von Klaus-Jürgen Bruder und Zülfukar Çetin

Nach dem 11. September und dem Afghanistankrieg sehen sich europäische Länder, vor allem die BRD, berufen, die Menschenrechtsverletzungen im »brennenden« Nahosten zu beseitigen. In diesem Zusammenhang rücken Themen wie Migration, Meinungsfreiheit, Demokratie, Frauenrechte, Situation der Homosexuellen und anderer sexueller Identitäten in den Mittelpunkt der eurozentristischen (außen-)politischen Debatten. Das Ziel des Themenhefts ist es, die wissenschaftlichen, politischen und medialen Debatten um den Islam und Muslim_innen seit dem 11. September unter die Lupe zu nehmen und einen gesellschaftskritischen Beitrag zum Thema Antimuslimischer Rassismus zu leisten. In dieser Hinsicht werden verändernde Sexual- und Genderpolitiken, Integrations- und Migrationspolitiken sowie themenbezogene wissenschaftliche, politische und mediale Auseinandersetzungen sozial- und politikwissenschaftlich kritisch behandelt. 



2012

Jg. 20 (2012), Ausgabe 3: Bilder verstehen – uns selbst verstehen. Zum Stellenwert des Bildes in der gegenwärtigen Psychologie

Herausgegeben von Thomas Slunecko & Aglaja Przyborski

Das Medium Bild ist mit dem sogenannten »pictorial turn« in seiner essenziellen Funktion für gesellschaftliche und psychische Phänomene in den Fokus der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt. Klassische psychologische Forschungsansätze haben sich daran abgearbeitet, grundlagentheoretische und methodologische Auseinandersetzungen wurden ebenso stimuliert wie praktische Anwendungen. Unter dem Leitgedanken »Bilder verstehen – uns selbst verstehen« wird in den vier Beiträgen des Themenheftes die Bedeutung des Mediums Bild aus kulturpsychologischen Perspektiven sondiert; dabei werden unter anderem auch methodische Herausforderungen sichtbar, die sich bei der Bildinterpretation stellen.


Jg. 20 (2012), Ausgabe 2: Gesellschaftliches Denken und Handeln. Entwicklungspsychologische Perspektiven

Herausgegeben von Carlos Kölbl und Günter Mey

Mit dem Schwerpunktthema wird das Anliegen verfolgt, einen Beitrag zu einer auch pädagogisch relevanten Entwicklungspsychologie gesellschaftlichen Denkens und Handelns zu leisten: Wie entwickeln sich Strukturen, Formen und Inhalte politischen, ökonomischen, historischen, rechtlichen und moralischen Denkens? Gibt es klar differenzierbare Pfade innerhalb der Entwicklung gesellschaftlichen Denkens und wie sehen mögliche Zusammenhänge zwischen ihnen sowie zur allgemeinen kognitiven Entwicklung aus? In welchem Verhältnis stehen kognitive Entwicklungen zu unterschiedlichen Formen gesellschaftlichen Handelns? Welche Konsequenzen für schulische und außerschulische Bildungsprozesse legen thematisch einschlägige entwicklungspsychologische Einsichten nahe? Dies sind einige der Fragen, um die die in dem Heft versammelten Beiträge in der einen oder anderen Weise kreisen.


Jg. 20 (2012), Ausgabe 1: Material Girl_Boy: Intersubjektivität und Technik im alltäglichen Leben von Kindern

Herausgeben von Niklas Chimirri und Ernst Schraube

Die Beiträge dieses Schwerpunktheftes versuchen eine Kinderforschung zu etablieren, die zu einer sozialen Selbstverständigung über die Möglichkeiten und Grenzen von Alltagstechnologien für die Entwicklung der Handlungsfähigkeit von Kindern beitragen kann. Dabei unterstreichen sie die Relevanz sowie die Herausforderungen einer Forschung, die die Perspektive der Kinder auf ihren Alltag ernst nimmt. Die Beiträge argumentieren für eine kontextuelle Kinderforschung und die Entwicklung einer situierten Forschungspraxis, die das Verhältnis von Kindern und Technik im alltäglichen Leben der Kinder verortet, Kinder als Handelnde versteht und somit als aktive Mitglieder und Mitwirkende in der sozialen und materiellen Welt.



2011

Jg. 19 (2011), Ausgabe 2: Partizipative Forschung

Herausgegeben von Stefan Thomas, Jarg Bergold & Martin Dege

2010

Jg. 18 (2010), Ausgabe 3: Frauen- und Genderforschung in der Psychologie

Herausgegeben von Irene Strasser & Andrea Birbaumer

Jg. 18 (2010), Ausgabe 2: Soziale Anerkennung durch Arbeit und Beruf

Herausgegeben von Ralph Sichler, Stephanie Göll & Philipp Rettler

Jg. 18 (2010), Ausgabe 1: Politische Psychologie heute?

Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie Hannover unter Mitarbeit von Paul Sebastian Ruppel und Martin Dege

2009

Jg. 17 (2009), Ausgabe 3: Ausgewählte Einzelbeiträge

Herausgegeben von Peter Mattes & Jarg Bergold

Jg. 17 (2009), Ausgabe 2: Dialog/Dialogizität

Herausgegeben von Barbara Zielke & Thomas Slunecko

2008

Jg. 16 (2008), Ausgabe 3: Das Comeback der Religionspsychologie

Herausgegeben von Jacob Belzen, Carmen & Martin Dege

2007

Jg. 15 (2007), Ausgabe 3

Herausgegeben von Günter Mey & Sebastian Ruppel

Jg. 15 (2007), Ausgabe 1: Liebe und Freundschaft

Herausgegeben von Eva Jaeggi, Helmut Lück & Ralph Sichler

    

Zurückliegende Hefte bis 2006 (digitale Versionen als Open Access in SSOAR verfügbar)

Die Jahrgänge 1 bis 14 und damit mehr als 400 Einzelbeiträge wurden mit Unterstützung durch SSOAR - das Social Science Open Access Repository - nachträglich in digitaler Fassung zugänglich gemacht und können seit Winter 2008 kostenfrei abgerufen werden in einem eigens in SSOAR eingerichteten

Portal Journal für Psychologie in SSOAR.

Einzeln durchsuchbar sind die

  • Hefte 1/1 . 9/4 (1993-2001, Printversion erschienen bei Asanger, Kröning)
  • Hefte 10/1 . 14/3-4 (2002-2006, Printversion erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen)

Die Herausgebenden des JfP und die NGfP bedanken sich für die Einrichtung des Portals bei dem Team von SSOAR und bei den Verlagen Asanger und Vandenhoeck & Ruprecht, die ihre Zustimmung gegeben haben.